Öko-Modellregion

Die Öko-Modellregion Neumarkt i.d.OPf.

Die Nachfrage nach Bio-Produkten wächst schon seit Jahren stärker als das Angebot. Anders als im konventionellen Bereich, wo Bayern bei vielen Produkten über den Eigenbedarf hinaus produziert und seine Spezialitäten weltweit vermarktet, ist man bei ökologisch erzeugten Lebensmitteln zur Zeit noch auf Importe angewiesen. Aus diesem Grund hat die Bayerische Staatsregierung 2012 die Initiative „BioRegio Bayern 2020“ ins Leben gerufen, aus der das gleichnamige Landesprogramm entstanden ist, welche seit 2020 im Programm „BioRegio 2023“ fortgeführt wird. Die Erzeugung bayerischer Ökoprodukte wurde dadurch bis 2020 verdoppelt und soll durch „BioRegio 2030“ bis 2030 verdreifacht und die Versorgung mit in Bayern hergestellten Bio-Lebensmitteln erhöht werden.

Im Fokus der Öko-Modellregionen steht nicht nur die Steigerung der Öko-Anbaufläche, sondern auch die Verbindung von Regionalität und ökologischer Erzeugung. Es geht bei den Öko-Modellregionen vor allem darum, die in den Regionen vorhandenen Potenziale zu erschließen und gemeinsam mit engagierten Akteuren vorhandene Strukturen zu beleben oder neue aufzubauen. In jeder Region gibt es aktive, unternehmerische Menschen, die etwas bewegen wollen, die ihre Region und den ökologischen Landbau voranbringen möchten. Die Öko-Modellregionen bieten hier Unterstützung und Begleitung, um die nächsten Schritte zu gehen. Denn langfristig wirksame ländliche Entwicklung, und dazu gehört auch die Förderung regionaler Bio-Wertschöpfungsketten muss sich realistisch an dem ausrichten, was die Akteure in der Region umsetzen wollen und können.

Weitere Informationen zu den bayerischen Öko-Modellregionen erhalten Sie hier.

Informationen zur Öko-Modellregion Neumarkt i.d.OPf. gibt es hier.

Was bringt die Öko-Modellregion...

... für Landwirte:

  • sichtbarer werden
  • Fördermittel nutzen
  • mehr aus den Produkten machen
  • von der Bewerbung regionaler Vermarktung profitieren
  • Austausch und Unterstützung finden
  • mit Kollegen kooperieren

... für VerbraucherInnen:

  • frische Produkte direkt aus der Region erhalten
  • Umwelt- und Klimaschutz fördern
  • Erzeuger und Betriebe kennenlernen (Erlebnistage, Märkte)
  • Informationen rund um das Thema „Bio“ erhalten
  • regionale Betriebe stärken
  • Transparenz und Vertrauen erfahren

Kooperationsprojekt "Trinkwasserschutz"

Das Grundwasser ist die wichtigste Trinkwasserressource in der Region des Oberpfälzer Jura und aufgrund der geologischen Gegebenheiten besonders gefährdet. Im Juragestein können manche – auch schon lange verbotene – Pflanzenschutzmittel besonders hartnäckig verweilen und kontaminieren. Die landwirtschaftlichen Nutzflächen stellen den größten Anteil an der Grundwasserneubildungsfläche dar. So liegt die Bedeutung einer grundwasserschonenden Landbewirtschaftung als Präventionsmaßnahme auf der Hand. 

Die Kooperation Trinkwasserschutz Oberpfälzer Jura ist ein Zusammenschluss mehrerer Wasserversorger. Bereits in der Vergangenheit würde versucht in partnerschaftlicher Zusammenarbeit die Landwirtinnen und Landwirte in den Wasserschutzgebieten eine grundwasserschonende Bewirtschaftung voranzutreiben. Der Ökolandbau zählt zu den besten grundwasserschonenden Maßnahmen bei der landwirtschaftlichen Nutzung in Schutzgebieten. Daher haben die Wasserversorger ein großes Interesse daran, mehr Landwirtschaftsbetriebe für die Bio-Umstellung zu gewinnen. 

Daraus ist die Ideeentstanden, mit den Öko-Modellregionen zu kooperieren. Beteiligt sind die Öko-Modellregionen ÖMR Stadt.Land.Regensburg, ÖMR Neumarkt in der Oberpfalz, ÖMR Kelheim, ÖMR Amberg-Sulzberg & Stadt Amberg. Die Zugkraft des außergewöhnlichen Projekts liegt in der Entwicklung einer oder zwei Wertschöpfungsketten für Druschfrüchte, welche einen zusätzlichen wirtschaftlichen Anreiz für die Betriebe darstellen soll. Denn für die Betriebe ist eine mittel- bzw. langfristige Zukunftssicherung durch gesicherte Abnahmestrukturen für die Umstellung essenziell. Hierfür ist der Aufbau von Wertschöpfungsketten das Schlüsselelement.

Verfügungsrahmen Öko-Kleinprojekte

Über die Öko-Modellregion können Kleinprojekte gefördert werden. Die förderfähigen Gesamtkosten dürfen dabei die Summe von 20.000€ Netto nicht übersteigen. Die eingereichten Projekte werden von einem Expertengremium begutachtet und erhalten bei Zusage eine 50%-Förderung.

Förderfähig sind beispielsweise Kleinprojekte zur

  • Stärkung der regionalen Bio-Land- und Ernährungswirtschaft und regionaler Bio
    Wertschöpfungsketten,
  • Verbesserung der regionalen Versorgung mit Bio-Lebensmitteln,
  • Stärkung des Absatzes von regionalen Bio-Produkten und
  • Bewusstseinsbildung für Akteure regionaler Bio-Wertschöpfungsketten (Erzeuger,
    Verarbeiter, Handel, Gastronomie, Verbraucher usw.).